Mein Sohn ist mittlerweile ein halbes Jahr alt und dies nehme ich zum Anlass ein zweites Mal auf die Einsparmöglichkeiten von Stoffwindeln zu schauen. Einen ersten Bericht, ob sich durch Stoffwinden Geld sparen lässt, habe ich ja bereits neun Wochen nach der Geburt veröffentlicht. Damals war ich mir nicht sicher, ob es finanziell besser ist, Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln zu verwenden.

Allerdings machte ich auch deutlich, dass die Hauptmotivation eher die ökologischen und gesundheitlichen Aspekte sind. Heute möchte ich nun schauen, inwiefern die Stoffwindeln auch ökonomischer sind. Dieser Artikel soll mehr Klarheit geben und einen Ausblick ermöglichen, ob es sich auch finanziell lohnt den Schritt zu den Stoffwindeln zu wagen.

Ausgangssituation und Materialien

Die Ausgangssituation hat sich nur leicht geändert. Zu der anfänglichen Investition kam aufgrund des rasanten Wachstums meines Sohnes eine weitere Anschaffung von 20 Stoffwindeln der Marke TotsBots hinzu. 20 Windeln der Größe zwei sind aktuell im Einsatz und die Stoffwindeln der Größe 1 liegen mittlerweile im Schrank.

Durch das Geschenk einer guten Freundin, wie im ersten Bericht erläutert, sind unsere tatsächlichen Kosten um ca.295,68 Euro geringer als, in der folgenden Tabelle abzulesen.

 

 StückzahlPreisGesamtpreis
Gesamtpreis773,14 Euro
Mullwindeln*
Mullwindeln
249,99 Euro (8 Stück)29,97 Euro
Prefolds*
Prefolds
1028,50 Euro (10 Stück)28,50 Euro
Wollüberhose*
Wollueberhose
315,70 Euro 47,10 Euro
TPU-Überhose*
TPU Überhose
310,99 Euro32,97 Euro
TotBots Bamboozle Größe 1*
TotBots
1220,35 Euro244,20 Euro
TotBots Bamboozle Größe 2*
TotBots
2019,52 Euro390,40 Euro

Aktuell sind es also theoretisch 773,14 Euro Investitionskosten für die Stoffwindeln. Durch die Ersparnis sind es aber „nur“ 477,46 Euro an Kosten die wir tatsächlich zahlen mussten.

Laufende Kosten der Stoffwindeln und Vergleich mit Wegwerfwindeln

Ich empfehle diesen Abschnitt unbedingt im ersten Bericht zu lesen, da dort genau erklärt wird, wie sich die Kosten zusammensetzen. In dem Artikel sind einige Parameter festgelegt worden, die hier wieder aufgegriffen werden.

Zusammenfassend hier trotzdem noch einmal die Festlegungen und Bedingungen.

  • Ich gehe von 0,17 Euro pro Wegwerfwindel aus
  • Eine Kilowattstunde kostet bei meinem Anbieter 0,254 Euro
  • Mit dem Arendo Energiekostenmessgerät* habe ich folgenden Stromverbrauch ermittelt: Vorwäsche 0,38 KWh, Hauptwäsche 1,24 KWh und Trocknen 2,65 KWh.
  • Wir waschen die Windeln einmal vor (bei 30°) und einmal richtig (bei 60°)
  • Die Vorwäsche benötigt 30 Liter Wasser und die Hauptwäsche 50 Liter.
  • Für die 80 Liter ergibt sich ein Preis von 0,18 Euro
  • Für die zwei Wäschen geben wir 0,28 Euro an Waschmittelkosten aus.

Die Wetterlage hat sich gebessert und dadurch, dass wir jetzt 20 TotsBots Bamboozle zur Verfügung haben, trocknen wir die Stoffwindeln auf der Leine. Das spart 44 % der Kosten ein, die in der folgenden Tabelle aufgelistet sind.

 BerechnungKosten pro Waschladung
Gesamtkosten1,54 Euro
Wasserkosten80 Liter / 1000 Liter * 2,24 Euro0,18 Euro
Stromkosten Vorwäsche0,38 kWh * 0,254 Euro0,10 Euro
Stromkosten Hauptwäsche1,24 kWh * 0,254 Euro0,31 Euro
Stromkosten Trocknen2,65 kWh * 0,254 Euro0,67 Euro
Waschmittelkosten 2 Wäschen0,14 Euro * 20,28 Euro

Eine Waschladung kostet somit 0,87 Euro und im Schnitt haben wir 14 Stoffwindeln in einer Wäsche. Das bedeutet, dass wir aktuell laufende Kosten von etwa sechs Cent pro Windel haben. Diese geringen Kosten haben wir von Mitte Mai an und seitdem haben wir 49 dieser Wäschen durchgeführt. Vorher gab es 30 Wäschen mit 18 Windeln im Schnitt und der Verwendung des Trockners sowie 22 Wäschen mit 12 Stoffwindeln im Schnitt und Trockner.

Somit ergeben sich folgende Fakten. Wir haben 101 Wäschen durchgeführt, wobei in 52 Fällen der Trockner verwendet wurde. Mit diesen 101 Wäschen haben wir 1490 Stoffwindeln gewaschen. Man muss sich einfach mal den Müllberg vorstellen, wenn wir stattdessen Wegwerfwindeln gekauft hätten. Aber das ist nicht Thema dieses Artikels.

Aus den Zahlen lassen sich durch einfache Mathematik die bisherigen Kosten berechnen.

  1. Wäschen mit Trockner: 52 Wäschen mal 1,54 Euro ergibt eine Ausgabe von 80,08 Euro.
  2. Wäschen ohne Trockner: 49 Wäschen zu jeweils 0,87 Euro ergibt eine Ausgabe von 42,63 Euro
  3. Alle 101 Wäschen verursachten somit 122,71 Euro an laufenden Kosten.
  4. Das ergibt laufende Kosten pro Windel von 8,2 Cent, wobei sich dieser Wert, bei weiterem Verzicht auf den Trockner nach unten korrigiert.
  5. Im Vergleich dazu hätten 1.490 Wegwerfwindeln 253,30 Euro gekostet.
  6. Die Ersparnis bisher beläuft sich somit auf rechnerisch 130,59 Euro.

Es zeigt sich, dass die laufenden Kosten von Stoffwindeln über 51 % geringer sind als die der Wegwerfwindeln.

Wir haben 477,46 Euro an Investitionskosten gehabt. Um diese wieder einzusparen muss mein Sohn nach den aktuellen Zahlen über 5.800 Stoffwindeln tragen. Das halte ich nach dem aktuellen Gebrauch für unrealistisch hoch.

Zwischenfazit

Dies ist das zweite Zwischenfazit nach sechs Monaten Nutzung von Stoffwindeln. Auch jetzt zeichnet sich noch klar ab, dass die laufenden Kosten der Sotffwindeln gegenüber der Wegwerfwindeln viel geringer sind. Allerdings darf die hohe Investition nicht außer Acht gelassen werden. Für eine Amortisation der 477,46 Euro muss mein Sohn 5.800 mal gewickelt werden. Dies sehe ich nicht geschehen, da er hoffentlich vorher trocken ist.

Allerdings ist ein weiterer Fakt nicht zu vernachlässigen. Die Stoffwindeln können wiederverwendet werden. Sei es für ein weiteres Kind oder für den Verkauf. Es besteht ein großer Markt für gebrauchte Stoffwindeln, sodass die Differenz wieder eingespielt werden kann.

Aber der Hauptgrund für die Nutzung von Stoffwindeln ist, wie beschrieben, der ökologische Fingerabdruck sowie die Gesundheit meines Kindes. Von daher bin ich nicht böse, wenn die Investitionskosten nicht komplett wieder eingespielt werden. Ich sehe das gelassen und freue mich trotzdem, wenn es sich am Ende finanziell doch ausgezahlt hat.