Bei den meisten deutschen Banken hat man die Zinsen für das Girokonto mittlerweile abgeschafft. Die anhaltend niedrige Zinspolitik der EZB zwingt viele Banken dazu, selbst im Bereich der Spareinlagen die Zinsen zu senken. Wer aktuell Geld auf dem Girokonto liegen lässt, verliert damit durch die Inflation schleichend sein Vermögen.

Es gibt aber mittlerweile auch deutlich innovativere Ansätze als nur ein normales Girokonto. Die Fidor Bank macht es vor und zeigt, was ein Konto im Jahr 2016 alles leisten kann. Mit dem Girokonto der Fidor Bank kann man nicht nur Geld parken und überweisen, es gibt dazu Zinsen (wenn auch nur 0.05 Prozent) und einige Möglichkeiten, wie man direkt mit dem Konto Geld verdienen kann.

Dabei setzt die Bank auf einen im Ausland bereits verbreiteten Trend. Social Banking heißt dieser und er sorgt dafür, dass die Kontobesitzer ein wenig Geld erhalten und die Fidor Bank über das virale Marketing in den sozialen Netzwerken bekannter wird. Eine Win-Win-Situation? Ich habe mir das mal etwas genauer angeschaut und berichte gerne darüber.

Im Detail: das kann das Fidor Smart Konto

Prinzipiell ist das Fidor smart Konto dabei ein Girokonto wie jedes andere auch. Man kann damit Geld überweisen, einzahlen, auszahlen, einen Dispokredit aufnehmen und Anlagen tätigen. Dazu gibt es Kreditkarten dazu und das Konto selbst ist kostenfrei. Ein kostenfreies Giro-Konto ist leider nicht mehr Standard. Meine Sparkasse verlangt 2,50 Euro Gebühren, wenn kein Geldeingang (Gehalt oder Dauerauftrag) von 1.250 Euro monatlich gegeben ist. Finde ich dreist aber da dieser bei mir da ist, kann ich damit leben.

Aber nun zurück zum Fidor Smart Konto. An dieser Stelle enden die Ähnlichkeiten mit normalen Konten aber auch bereits, denn die Fidor Bank setzt statt auf Strafgebühren auf Belohnungen der Kunden. Das kann man beispielsweise am Gebührenmodell für die Abhebungen von Bargeld am Automaten gut erkennen. Wer darauf verzichtet, bekommt einen Bonus. Richtig gelesen: für das Nichts-Tun bekommt man hier Geld. Wer keine Abhebung von Bargeld durchführt, bekommt 2 Euro Bonus pro Monat auf sein Konto gebucht. Hebt man einmal im Monat Bargeld ab, bekommt man nur noch 1 Euro Bonus und ab erst der dritten Abhebung gibt es keinen Bonus mehr sondern man zahlt 2 Euro pro Abhebung.

Fidor Bank

Das gleiche Prinzip findet sich auch beim Geldeingang. Viele Institute verzichten bei Gehaltskonten auf die Kontoführungsgebühr. Da das Fidor Smart Konto aber ohnehin kostenfrei ist, bekommt man hier pro Monat sogar einen Euro aufgebucht, wenn man den Gehaltseingang (ab 1.000 Euro) über das Konto laufen lässt. Auch hier gilt die Regel Gehaltseingang oder Dauerauftrag. Was hindert mich eigentlich 1.000 Euro für einen Tag per Dauerauftrag zu überweisen und drei Tage später wieder zurück zu überweisen? Nur mal so ein Gedankenspiel meinerseits 😉

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von weiteren Möglichkeiten, mit dem Konto Geld zu verdienen.

Geld verdienen mit Twittern

Wie modern die Fidor Bank das Konto ausgestaltet hat, erkennt man am Verdienst, denn es für Tweets gibt. Wer als Kontoinhaber twittert und dabei den Hashtag #smartbonus verwendet und den @ficoba Account mentioned, bekommt einen Bonus gut geschrieben. Das Unternehmen zahlt dafür dann 10 Cent pro Tweet. Damit bekommt man die Fidor Bank gute Werbung und viele Erwähnungen in den sozialen Netzwerken und die Kunden zusätzliches Geld auf ihr Konto.

Das Unternehmen schreibt zu den Voraussetzungen für einen Verdienst per Twitter:

Der Inhaber des Twitter-Accounts muss Mitglied der Fidor-Community sein und mit seinem Account im Profil authentifiziert sein. Der Twitter Account muss mindestens 100 Follower besitzen. Der Bonus kann nur an Twitter-Accounts ausgezahlt werden, die erkennbar von natürlichen Personen betrieben werden und deren Inhaber in Deutschland einen ständigen Wohnsitz haben. Inhaltliche Bedingungen: Die „Tweets“ müssen @ficoba, den eigenen Nicknamen in der Fidor-Community und den Hashtag #smartbonus enthalten. Es kann auch ein Tweet von @ficoba aufgegriffen werden, hier gelten dieselben Voraussetzungen. Jeder Tweet darf nur 1x aufgegriffen werden! Jeder Tweet, der diese Bedingungen erfüllt, erhält einen Bonus von 0,10€. Innerhalb des Folgemonats wird der jeweilige Twitterbonus für den vorhergehenden Monat ausgewertet und ausbezahlt.

Die einzige Bedingung, die wohl nicht alle erfüllt haben, sind die 100 Follower. Zusätzlich zu diesen Bedingungen ist der Verdienst per Twitter begrenzt. Man kann maximal 0,50 Euro pro Monat auf diese Art verdienen, mehr als 5 Tweets im Monat werden also nicht vergütet. Das reicht nicht als Einkommen, ist aber immerhin eine Art etwas Geld zu verdienen, zumal die maximalen 50 Cent monatlich neu zur Verfügung stehen.

Weitere Verdienstmöglichkeiten beim Fidor Smart Konto

Neben dem Verdienst auf Twitter stellt die Fidor Bank noch andere Möglichkeiten bereit, um mit dem Konto Geld zu verdienen. In erster Linie werden dabei Aktivitäten in der eigenen Community vergütet.

Im Überblick:

  • Geldfragen stellen: 10 Cent pro Frage (max. 0,30 € pro Monat)
  • Spartipp anlegen: 10 Cent (max. 0,30 € pro Monat)
  • Geldexperten anlegen: 10 Cent (max. 0,10 € pro Monat)
  • Produkt bewerten: 5 Cent (max. 0,15 € pro Monat)
  • Produkt anlegen: 10 Cent (max. 0,30 € pro Monat)
  • Geldfrage beantworten: 10 Cent pro Antwort (max. 0,50 € pro Monat)
  • Geldexperten bewerten: 5 Cent pro Bewertung (max. 0,15 € pro Monat)
  • Wunschprodukt anlegen: 5 Cent (max. 0,15 € pro Monat)

Insgesamt sind natürlich alle Formen des Verdienstes nach oben gedeckelt. Man kann also mit keiner Aktivität wirklich viel Geld verdienen, aber wenn man alle Form ausschöpft, kommt dabei durchaus ein interessanter Betrag zusammen. Die folgende Tabelle zeigt die möglichen Einnahmen pro Monat und in einem Jahr.

BedingungVerdienst pro Tätigkeitmax. monatliche EinnahmenJahreseinnahmen
Gesamt5,45 Euro65,40 Euro
keine Abhebung2,00 Euro
1,00 Euro bei einer Abhebung
0,00 Euro ab zwei Abhebungen
2,00 Euro24,00 Euro
Gehaltseingang1,00 Euro bei min. 1.000 Euro Gehaltseingang oder Geldeingang per Dauerauftrag1,00 Euro12,00 Euro
Tweets0,10 Euro pro Tweet (max. 5 Tweets pro Monat)0,50 Euro6,00 Euro
Aktivität in der Fidor-Communitysiehe oben1,95 Euro23,40 Euro

In einigen Bereich stehen auch höhere Summen zur Verfügung, die ich nicht in die Tabelle aufgenommen habe, da nicht . So kann man auch ein Video auf Youtube drehen und dort ein Produkt der Fidor Bank erklären. Wenn das Video gut genug ist und akzeptiert wird, bekommt man immerhin eine Gutschrift von satten 100 Euro. Noch mehr Geld gibt es, wenn man selbst auf Innovationen kommt. Dann gibt es sogar 1.000 Euro als Bonus. Dafür muss man sich allerdings ein neues Produkt einfallen lassen, dass dann auch von der Fidor Bank umgesetzt wird.

Fazit des Social Banking

Insgesamt muss ein Girokonto also mittlerweile nicht mehr langweilig sein und nur eingesetzt werden, um Geld dort zu parken. Man kann es auch sehr modern und innovativ gestalten. Die Einnahmen von maximal 5,45 Euro sind eher gering aber der Aufwand hält sich in Grenzen. Zumindest die 3 Euro für den Geldeingang und das Nichtabbuchen von Bargeld sollte man problemlos mitnehmen. Ich finde Social Banking einen interessanten Ansatz und eine gute Möglichkeit ein paar Euro zu verdienen. Es ist sicher kein hoher Verdienst aber Kleinvieh macht auch Mist pflegt mein Opa gerne zu sagen.

Bleibt abzuwarten, wann die anderen Banken und Sparkassen hier aktiv werden und ebenso das Social Banking für sich entdecken.